Ein persönlicher Erfahrungsbericht, welcher nicht den Anspruch eines Testberichtes erhebt.

Hallo zusammen,

heute würde ich gerne über meine Erfahrungen mit verschiedenen Objektiven an meiner Kamera Panasonic Lumix GX8 berichten. Es soll kein Testbericht zu den einzelnen Objektiven werden, da es diese im Internet zur genüge gibt. Ich möchte da gar nicht in Konkurrenz zu den Fachartikeln treten. Vielmehr möchte ich meine persönlichen Erfahrungen und meine persönliche Meinung zu den Objektiven in Verbindung mit der Panasonic Lumix GX8 wiedergeben.

Über die Kamera selber habe ich ja bereits vor einiger Zeit einen Blog verfasst. Ich bin mit dieser Kamera neben meiner Nikon D4 nach wie vor sehr zufrieden. Derzeit habe ich die GX8 häufiger mit dabei als die D4. Das geringere Gewicht verführt einfach immer wieder zum Griff zur GX8. Die D4 kommt im Rahmen der Hundesportfotografie und bei schlechteren Lichtverhältnissen und damit verbunden bei hohen ISO-Werten zum Einsatz. Hier ist sie nach wie vor die deutlich bessere Wahl.

Aber nun zu den Objektiven an der GX8.

Panasonic Lumix G Vario 14-140 mm 3.5-5.6 Asph Power OIS:
Das Vario 14-140 habe ich als Set-Objektiv zur Lumix GX8 erworben. Es wird mit Gegenlichtblende und Front- und Rückdeckel geliefert. Für mich sollte es erst einmal zum Einstieg in die MFT-Welt dienen. Somit bin ich mangels weiterer Kandidaten auch zu Beginn ausschließlich mit diesem Objektiv unterwegs gewesen und ich muss sagen, die Linse ist gar nicht mal so schlecht. Das Vario 14-140 ist zwar nicht gerade ein Lichtriese, aber dafür deckt es auf Kleinbild gerechnet den gesamten Bereich von 28-280mm ab und dies bei lediglich ca. 260g Gewicht. Selbst im Bereich Nahaufnahmen bietet es in der Mitte eine aus meiner Sicht gute Schärfe. Zum Rand hin lässt die Auflösung ohne Frage nach, aber man darf auch nicht vergessen dass es sich hier um ein 10fach-Zoom handelt. Wer also höchste Auflösung, hohe Lichtstärke, etc. erwartet, ist mit Festbrennweiten sicherlich besser beraten. Geht es aber einmal um den Augenblick, wo keine Zeit für einen Objektivwechsel ist, kann diese Linse schon das Bild retten. Bei Nahaufnahmen kommt hinzu, dass man eh versucht, die Objekte möglichst freizustellen. Dann spielt die Auflösung am Rand für mich eine eher untergeordnete Rolle.
Da war doch noch was?!? Ach ja, der Bildstabilisator. Richtig, das Objektiv bietet einen eingebauten Bildstabilisator, welcher seit neuster Technik mit dem eingebauten Bildstabilisator der GX8 zusammenarbeitet (Stichwort „OIS“). Ich bin zwar nicht jemand, der auf Biegen und Brechen auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch aus der Hand fotografiert, aber eine Bildstabilisation ist in vielen Fällen ganz nützlich. Die Kombi aus internem Kamerastabilisator und Objektivstabilisator macht einen ordentlichen Job, was schon beim Blick durch den Sucher vor allem bei langen Brennweiten erkennbar ist. Ein durchaus ruhiges Bild wird einem da präsentiert. Leider hat das Objektiv einen Nachteil, der hin und wieder das Bild verderben kann. Gemeint ist der Shutter Shock, ein Effekt, welcher in einem doch recht weiten Belichtungsbereich (1/60stel – 1/250stel) auftritt. Das Ergebnis sind dann Aufnahmen, welche eine Verwackelungsunschärfe bedingt durch kamerainterne Auslösungserschütterungen aufweisen. Verhindern kann man dies durch Umschalten auf den elektronischen Verschluss, welcher erschütterungsfrei auslöst. Mittlerweile hat man bei Panasonic das Problem beim letzten Update der Kamerafirmware dahingehend gelöst, dass die Kamera bei Verwendung des Vario 14-140 im relevanten Zeitenbereich selbsttätig auf den elektronischen Verschluss umschaltet, man somit die Umschaltung nicht im Hinterkopf behalten muss. Hierzu gibt es nun neben der Wahl mechanischer oder elektronischer Verschluss die Menüeinstellung „Auto“.
Insgesamt gesehen it das Vario 14-140 ein Objektiv, mit welchem man gut leben kann. Für höhere Ansprüche gibt es ja noch jede Menge anderer Linsen im MFT-Bereich. Wofür hat man schließlich eine Kamera, welche den Objektivwechsel zulässt.

Als ich mir die GX8 zulegte, war für mich klar, dass außerhalb des Vario 14-140 in erster Linie Festbrennweiten zum Einsatz kommen sollen. Ich denke, bei Festbrennweiten geht man hinsichtlich Auflösung, etc. die geringsten Kompromisse ein außer den, die Linsen halt wechseln zu müssen.

Olympus M.Zuiko Digital 1,8/45 mm MSC:
Das schöne an den MFT-Systemen ist, dass man neben den Produkten des Herstellers der eigenen Kamera auch ruhig mal rüber in das Mitbewerberlager schauen kann. Ich weiss, dies ist nicht nur im MFT-Lager so, aber die Möglichkeit besteht hier eben auch. Und siehe da, Olympus hat auch ganz nette Töchter.
So fiel die weitere Wahl auf das Olympus M.Zuiko Digital 1,8/45 mm MSC. Auf Kleinbild umgerechnet ein 90mm-Objektiv mit einer Lichtstärke von 1.8.
Der erste Eindruck beim Auspacken des Objektives war: „Ups, ganz schön viel Plastik, dafür aber extrem leicht!“ In der Tat wiegt dieses Objektiv gerade einmal 116g. Wenn ich dagegen mein Nikon 105´er Makro sehe, ist das schon ein deutlicher Gewichtsunterschied. Ich weiss, wer sich für Vollformat entscheidet, entscheidet sich auch für das Schleppen. Ich will es ja jetzt auch nicht verteufeln. Vollformat hat, alleine schon was die Freistellung betrifft, eine Menge Vorteile.
Wo waren wir? Ach ja, das Olympus. Ich kann nur sagen, es war die richtige Wahl. Der erste Plastikeindruck ist spätestens vergessen, wenn man sich die optischen Leistungen anschaut. Das Objektiv hat in der Bildmitte bereits bei Offenblende eine sehr hohe Auflösung und bildet rattenscharf ab. Also die ideale Portrait-Linse. Zum Randbereich hin gesehen, ist aber auch hier die Offenblende nicht die erste Wahl, da durchaus ein Auflösungsverlust erkennbar ist. Weiter abgeblendet verschwindet aber auch dieser Nachteil nach und nach. Die Blende 1.8 macht trotzdem jede Menge Spaß, da mit ihr selbst beim kleineren Bild Chip der MFT-Systeme schon jede Menge Freistellungspotential besteht.
Was gibt es sonst noch zu diesem Objektiv zu sagen? Trotz Plastik eine gute Verarbeitung, schneller und präziser Autofokus und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich habe das Objektiv im Rahmen einer Olympus-Cash Back-Aktion gekauft und gerade einmal 205 Euro bezahlt. Vielleicht sollte ich noch erwähnen dass das Objektiv leider ohne Gegenlichtblende ausgeliefert wird. Auch hat das Objektiv keinen eingebauten Bildstabi, was aber bei den Olympus-Produkten in den meisten Fällen eh nicht der Fall ist, da die Olympus-Kameras einen eingebauten und sehr leistungsfähigen Bildstabi besitzen. Was das für den Betrieb an Panasonic-Kameras bedeutet, erkläre ich noch bei der Vorstellung des nächsten Kandidaten. Wenn ich von den meisten Olympus-Objektiven ohne Bildstabi rede, so gibt es hier auch Ausnahmen. Das angekündigte Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 300mm 1:4 IS PRO Tele Objektiv wird einen eingebauten Bildstabilisator besitzen, welcher anscheinend auch wie bei Panasonic mit dem internen Stabilisator von Olympus-Kameras zusammenarbeiten soll. Also so eine Art Olympus-OIS. Welche Kamera-Objektiv-Kombinationen da möglich sein werden, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 75mm 1:1.8:
Kommen wir zum nächsten Kandidaten meiner Sammlung, das Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 75mm 1:1.8. Ich kann nur sagen: „Volle Begeisterung!“ Das Objektiv macht einen derart edlen Eindruck, dass schon beim Auspacken die Augen leuchten. Hier wurde statt Kunststoff auf eine Metallausführung gesetzt. Der Stellring für den Fokus läuft butterweich. Allerdings spielt dieses Objektiv bereits preislich auch in einer anderen Liga. Selbst mit Cash Back-Aktion waren rund 750 Euro fällig. Aber man bekommt auch jede Menge Gegenwert. Hier stimmt einfach alles von der Verarbeitung bis hin zu Leistung. Sahne Bokeh bei Freistellungen, hohe Auflösung, ab Blende 2.8 bis in den Randbereich, und, und, und… Auch in Sachen Autofokus bleiben für mich keine Wünsche offen.
Was das Thema Gegenlichtblende betrifft, auch hier Fehlanzeige. Es liegt beim Kauf keine bei. Bei Bedarf muss diese zusätzlich angeschafft werden. Beim Preis dieses Objektives könnte man eine solche aber durchaus schon im Lieferumfang erwarten. Na, ja, ist aber halt nicht so.
Kommen wir an dieser Stelle, wie oben erwähnt, noch einmal zum Thema fehlender Bildstabilisator im Objektiv. Dies ist auch hier der Fall, will heißen, auch dieser Olympus-Kandidat hat keinen eingebauten Stabilisator. In Verbindung mit einer GX8 muss ausschließlich der interne Kamerastabilisator diese Leistung erbringen, wenn da nicht… Ja, wenn da nicht ein kleines Problem wäre.
Gemeint ist, dass sich der interne Stabi der GX8 leider nicht auf das Sucherbild auswirkt. Dieses wird in Verbindung mit dem Olympus-Objektiv nämlich in keinster Weise einer Stabilisierung unterzogen. Diese Einschränkung besteht auch beim Olympus M.Zuiko Digital 1,8/45 mm MSC, aber je länger die Brennweiten werden um so mehr vermisst man diese Stabilisierung. Immerhin hat das Olympus 75mm auf Kleinbild umgerechnet eine Brennweite von 150mm. Da braucht man beim Blick durch den Sucher schon eine etwas ruhigere Hand, auch wenn das Bild später bei der Auslösung durchaus stabilisiert wird.
Das Olympus 75mm ist derzeit mein Lieblingsobjektiv an der GX8.

Panasonic Leica DG Summilux 25 mm 1.4 Asph.:
Jüngster Zuwachs in meiner MFT-Objektivsammlung ist das Panasonic Leica DG Summilux 25 mm 1.4 Asph. Ein Objektiv der leichten Klasse, will heißen eines aus Kunststoff. Wenn ich hier von Kunststoff schreibe dann ist davon der Bajonett-Anschluss ausgenommen. Dies gilt auch für alle anderen o.g. Objektive, welche ein Kunststoffgehäuse besitzen. Die optischen Leistungen dieses Objektives sind insgesamt mit denen des Olympus 45mm/1.8 vergleichbar. Es besitzt keinen Bildstabilisator was ich bei einer Brennweite umgerechnet auf 50mm im Kleinbildformat aber durchaus verschmerzen kann. Ich bin mit der Auflösung dieses Objektives insgesamt sehr zufrieden, auch wenn diese bei Offenblende um ca 30% zum Rand hin abfällt. Etwas abgeblendet herrscht auch im Randbereich ein sehr gutes Ergebnis.
Was ich aber überhaupt nicht verstehe ist, dass Panasonic diesem Objektiv zwar eine Gegenlichtblende beilegt, diese leider aber in eckiger Form ausgeführt hat. Das Ergebnis ist, dass sich die Gegenlichtblende nicht verkehrt herum auf das Objektiv setzten lässt und somit das Ganze platzsparend in der Fototasche unterzubringen wäre. Vielmehr liegt diese Gegenlichtblende immer separat in der Fototasche und nimmt zusätzlich Platz weg. Noch zu erwähnen ist, dass man an vielen Stellen davon lesen kann, dass die Gegenlichtblende im Einsatz recht locker auf dem Objektiv sitzt, dort klappert und wegen des lockeren Sitzes leicht abfallen kann. Ja, zugegebenermaßen sitzt die Blende lockerer als die des Vario 14-140, aber das Klappern oder die Gefahr des Abfallens konnte ich bei meinem Exemplar nicht feststellen. Da klappert nichts und es bleibt beim Fotografieren auch da, wo es hingehört.
Der Autofokus dieses Objektivs reagiert etwas langsamer als der der o.g. Kandidaten. Auch stellt man in manchen Situationen ein leichtes Nachpumpen fest, als wenn das Objektiv erst noch einmal kurz über den Fokuspunkt hinausfährt um dann auf diesen zurückzukommen. Da finden meine anderen MFT-Objektive den Fokuspunkt ein klein wenig schneller. Das ist in den meisten Fällen zwar kein großes Problem, könnte beim Nachführautofokus bei schnell bewegten Objekten aber zu einem Problem werden.

Welche Objektive interessieren mich im Bereich MFT noch?

Nun, das Panasonic 15mm/1,7 wäre für mich noch interessant und das neue Panasonic 100-400 steht auch noch auf meiner Liste. Letzteres spielt allerdings in einer Preisliga, welche eine gewisse Zeit des Sparens erfordert. Aber es muss ja auch nicht alles auf einmal sein.

Soweit zu meinem Erfahrungsbericht. Ich würde mich übrigens sehr über Kommentare und Erfahrungen von Besuchern freuen, welche ebenfalls eine Lumix GX8 ihr Eigen nennen und hier sicherlich noch die ein oder andere zusätzliche Erfahrung mit einbringen können. Ansonsten freue ich mich aber über jeden Kommentar sachlicher Art.

Ich habe fertig!

Wolfgang Dinkelbach
Krefeld im Februar 2016

 

 

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